Hallo zusammen!
Vermutlich werdet ihr feststellen, dass das aktuelle ISO von Kader⁴² nicht ganz rund ist und es zu Problemen bei der Installation kommt. An dieser Stelle bin ich dran, allerdings ist das Problem etwas größer als erst angenommen. Doch wie kam es überhaupt dazu?

Ich denke jeder Softwareentwickler kennt diesen einen Moment: Man möchte „nur mal eben“ das Projekt etwas aufräumen und evtl. auch anders strukturieren und plötzlich steht das ganze Projekt Kopf.

Chaos im Kopf

Wer Kader⁴² schon länger verfolgt, weiß, dass ich dieses Projekt mit viel Herzblut betreibe und Kader⁴² einfach mein Baby ist. Ich mache dieses Projekt also sehr gerne, auch wenn es mir manchmal viel Kraft kostet. Denn ich habe leider auch noch mit ganz anderen Herausforderungen in meinem Alltag zu kämpfen. Ich leide an Depressionen und durchlebe gerade eine schwere Episode. Zusätzlich habe ich auch noch ADHS. Ich war in einer psychiatrischen Tagesklinik und habe an mir gearbeitet. Doch dieser Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen und ich habe noch einen weiten Weg vor mir.

In so einer Phase schützt sich das Gehirn oft selbst: Die Energie reicht meist nur für das Nötigste, und Dinge wie ein sauberer Git-Commit oder das lückenlose Nachverfolgen von Dateien rutschen im mentalen Nebel schlichtweg durch die Maschen. Genau dies ist bei Kader⁴² passiert, was mich persönlich sehr ärgert und leider Druck in mir auslöst. Dies war auch ein Therapie-Thema und ich arbeite daran. Ich möchte mich an dieser Stelle aber überhaupt nicht rechtfertigen. Ich möchte euch an dieser Stelle nur ein kleines Update geben und Transparent auftreten. Ich hoffe, dass ich sehr bald wieder eine saubere ISO präsentieren kann.

Refactoring im Tal der Tränen

Bisher war Kader⁴² wie eine gut sortierte Werkstatt, in der aber trotzdem alle Werkzeuge in einer einzigen Kiste lagen. Wenn man etwas am Wallpaper oder am Farbschema ändern wollte, musste danach eine neue ISO erstellt werden. Dies war auch nicht Update-fähig und zusätzlich Wartungsunfreundlich. Ich habe mich daher dazu entschieden den Monolithen zu zerschlagen. Die Architektur wurde auf einen sauberen, modularen Arch Linux Standard umgestellt. Daraus wurden die folgenden Pakete:

kader42-coreenthält die zentralen System-Defaults, Dienste und auch den Begrüßungsbildschirm „Kader⁴² Hello“.
kader42-iconsenthält die Kader⁴² spezifischen Icons
kader42-plasma-themeHierbei handelt es sich um das KDE Plasma Theme von Kader⁴².
kader42-convertible-toolsDieses Paket beinhaltet die Programme und Skripte für ein gutes Arbeiten mit einem Convertible. So enthält dies u.a. die Steuerung, dass der Launcher beim Wechsel in den Tablet-Modus und zurück passend ausgetauscht wird (Tabletmodus = Dash-Menü, Laptopmodus = klassisches Startmenü).
kader42-software-centerDieses enthält das eigene Software Center, welches pamac ersetzt hat.

Diese Pakete werden in einem eigenen Kader⁴² Repository vorgehalten.

Leider ist bei der Aufteilung in diese Module das eine oder andere hinten rüber gefallen, wie man so schön sagt. So fehlte bspw. der Willkommens-Bildschirm – worüber man auch die Installation starten konnte – komplett. Ich hatte – aufgrund meiner Krankheit – einfach vergessen, dass ich da bereits was gebaut hatte. Hinzu kommt, dass ich es sogar versäumt hatte das Programm ins git einzuchecken. (Ganz böse!) Glücklicherweise bin ich als Informatiker trotzdem so paranoid und hatte eine Sicherung auf meinem NAS, weshalb ich vieles wiederherstellen konnte. Ich hatte unglücklicherweise sogar vergessen, dass ich dieses Refactoring begonnen hatte und dann auch noch nicht einmal den Build getestet, was ich sonst schon gemacht hatte. Ich kann mich daher für die Qualität nur entschuldigen und ich hoffe, dass ihr da draußen, die dieses System nutzen oder nutzen wollt, ein wenig Verständnis aufbringt.

Im nächsten ISO Build sollte auf jeden Fall wieder alles passen. Ich kann hier leider kein Zeitfenster nennen. Leider kam es wie in meinem Kopf zu einem Chaos, welches geordnet werden muss. Danach sollte die Qualität mindestens aber wieder vorhanden sein.

Euer Thomas
(und Mello!)